- Besser, sicherer, nebenwirkungsärmer
- Höhere Lebenserwartung, weniger Spitalsaufenthalte und Krankenstände
- Insgesamt kostendämpfende Effekte
Die Veränderungen der europäischen Arzneimittelmärkte war in den vergangenen 10 Jahren in erster Linie durch die Entwicklung und Einführung innovativer Medikamente geprägt. Davon profitieren nicht nur die Patienten, sondern auch das Gesundheitssystem.
Österreich liegt mit den Pro-Kopf-Ausgaben für Arzneimittel europaweit mit 137 € unter dem Durchschnitt. In Irland wird ein ähnlich hoher Pro-Kopf-Betrag wie in Österreich ausgegeben, weit mehr wendet man mit 234 € in Deutschland oder mit 217 € in den Niederlanden auf. Der größte Kostenverursacher im österreichischen Gesundheitswesen sind die Spitalskosten mit 58 % der Gesamtausgaben.
Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass das jeweilige durchschnittliche Arzneimittelpreis-niveau wenig Einfluss auf die Pro-Kopf-Ausgaben hat: Niedrigpreisländer haben meist einen höheren Arzneimittelverbrauch. Am deutlichsten zeigt sich das am Beispiel Frankreichs, das zwar europaweit relativ niedrige Arzneimittelpreise hat, jedoch mit 314 € die absolut höchsten Ausgaben pro Kopf aufweist.
Die forschende und innovationsorientierte pharmazeutische Industrie entwickelt nicht nur moderne Therapien, sondern trägt mit Hilfe innovativer Medikamente volkswirtschaftlich betrachtet auch zu einer Kostenersparnis bei. Eine aktuelle Studie aus den USA zeigt, dass die Entwicklung eines neues Medikaments rund 1 Mrd. € kostet. Derzeit dauert es im Durchschnitt 10 – 15 Jahre, um ein neues Arzneimittel bis zur Marktreife zu entwickeln und die Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA zu erhalten .
Diese enormen Forschungskosten, die von den einzelnen Unternehmen aufgebracht werden müssen, sollen dann bis zum Ablauf der Patentschutzzeit innerhalb von 8 - 10 Jahren wieder hereingespielt werden. Dies gelingt allerdings nur bei jedem 3. Medikament. Die enormen Forschungsausgaben haben bereits einen Rückgang bei den Registrierungen neuer Substanzen zur Folge: Die Zahl der pro Jahr neu registrierten Substanzen ist von ehemals 60 auf 20 bis 30 zurück gegangen.
Innovative Medikamente helfen sparen
Die aktuelle Debatte um die Reform des österreichischen Gesundheitssystems konzentriert sich auf die Einsparung von Kosten. Dabei muss häufig die Pharmaindustrie als „Sündenbock“ herhalten: Zu teure Medikamente, heißt es häufig, würden das Gesundheitsbudget über Gebühr belasten. Dies ist jedoch eine kurzsichtige Betrachtungsweise, die auch den Gesamtnutzen innovativer Medikamente für eine Volkswirtschaft unberücksichtigt lässt. Es ist mit Sicherheit keine geeignete Strategie, die Einführung innovativer Arzneimittel zu behindern, um Kosten einzusparen. Wirkt ein neues, innovatives Medikament effizienter als ein älteres Produkt, so führt dies zu einer schnelleren Gesundung oder Stabilisierung des Patienten. Operationen oder Krankenhausaufenthalte können teilweise vermieden oder verkürzt werden, Krankenstände reduzieren sich. Weist ein innovatives Arzneimittel deutlich weniger Nebenwirkungen auf, verbessert dies nicht zuletzt auch die Lebensqualität der Patienten.
Neue, innovative Medikamente helfen also, Geld zu sparen: durch die Verkürzung der Therapiedauer und die raschere Genesung der Patienten.
Innovative Medikamente – effiziente Wirkung, weniger Nebenwirkungen
Die Verbesserung der Wirksamkeit von Medikamenten, die Reduktion unerwünschter Nebenwirkungen und die Entwicklung neuartiger Therapien waren und sind die Arbeits-schwerpunkte der forschenden Pharmaindustrie. Die Liste der Erfolge bei der Entwicklung innovativer Substanzen, in Bezug auf die Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und zur Entlastung des Gesundheitssystems, ist lang.
Ein Beispiel dafür, dass pharmazeutische Innovationen das Gesundheitssystem massiv entlasten können, ist die Ulkus-Therapie. So wurden in Österreich vor dem Jahr 1960, bevor effiziente Ulkus-Arzneimittel auf den Markt kamen, noch jährlich 14.325 Patienten wegen eines Magengeschwürs operiert, was wochenlange Krankenhausaufenthalte zur Folge hatte. Dank der neuen Ulkus-Arzneimittel sind die erforderlichen Operationen um 30,4 Prozent auf jährlich 9.963 gesunken. Ein besonders erfreulicher Aspekt ist die Verkürzung der Aufenthaltsdauer im Krankenhaus, die pro Patient heute zwischen 11 und 12 Tagen liegt.
Bei der Krebstherapie konzentrieren sich aktuelle Therapieansätze – statt wie lange Zeit üblich, sich ausschließlich auf die Verkleinerung einer Krebsgeschwulst zu konzentrieren – auf andere Gesichtspunkte. In den Vordergrund gerückt sind die Erhöhung der Lebensqualität, die Reduzierung der Nebenwirkungen und Linderung der Symptome bzw. der Schmerzen bei unheilbaren Tumoren, die Stabilisierung des Allgemeinbefindens und des Körpergewichtes.
Ein weiteres Beispiel ist die Entwicklung der so genannten atypischen Antipsychotika, die in der Therapie der Erkrankung Schizophrenie eingesetzt werden. Bei den bisher verwendeten Medikamenten, den so genannten Neuroleptika der ersten Generation, wurde zwar die Krankheit therapiert, die starken Nebenwirkungen der Medikamente verringerten allerdings deutlich die Compliance der Patienten, Therapien wurden somit häufig abgebrochen. Außerdem führten diese Nebenwirkungen dazu, dass die betroffenen Patienten sehr häufig nicht so weit stabilisiert werden konnten, dass sie sich in die Gesellschaft reintegrieren konnten. Viele Betroffene mussten trotz Therapie oft jahrelang in stationärer Behandlung bleiben. Die neuen Anti-psychotika haben nur mehr sehr geringe Nebenwirkungen, und dies trotz ausgezeichneter Wirksamkeit. Diese Medikamente haben wesentlich dazu beigetragen, dass die betroffenen Menschen nicht mehr oder nur noch kurz stationär behandelt werden müssen, dass sie sich in die Gesellschaft reintegrieren und häufig auch wieder einer Berufstätigkeit nachgehen können.
Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass ein – auf den ersten Blick – teureres Medikament in letzter Konsequenz hilft, massiv Kosten einzusparen. Fest steht jedenfalls: Durch die Behandlung mit innovativen Medikamenten wird nicht nur Menschen geholfen – und dies sollte immer im Mittelpunkt des Gesundheitssystems stehen. Es werden auch von einem ganzheitlichen, volkswirtschaftlichen Blickwinkel aus betrachtet, Kosten eingespart.
Höhere Lebenserwartung, geringere Spitalskosten
Bei einer Studie der Columbia Universität zeigte sich, dass im Durchschnitt 11.000 für allgemeine Behandlungskosten ausgegebene $ die Lebenserwartung um ein Jahr erhöhen. Zum Vergleich: 1.345 $, die in pharmazeutische Forschung und Entwicklung investiert werden, führen zum gleichen Resultat. Ein weiteres Ergebnis dieser Studie belegt, dass jedes neue, von der FDA zugelassene Medikament pro Jahr durchschnittlich 11.200 Lebensjahre rettet. Anders ausgedrückt, bringt ein neues Medikament im Durchschnitt 11.200 Personen ein zusätzliches Lebensjahr.
Eine Studie des Tufts Center for the Study of Drug Development zeigte, dass in den USA etwa 4 mal so viel für Krankenhausaufenthalte ausgegeben wird wie für verschreibungspflichtige Medikamente. Während im vergangenen Jahrzehnt in den USA die Kosten für ethische Arzneimittel von 5,5 % der gesamten Gesundheitsausgaben auf 8,5 % stiegen, verringerten sich in dieser Periode die Spitalskosten von 37 % auf 33 % der Gesamtkosten. Diese Daten legen einmal mehr den Schluss nahe, dass rezeptpflichtige Medikamente insgesamt das Gesundheitsbudget entlasten.
Forschung kostet Geld
Die Entwicklung bedarfsgerechter und hochwirksamer Arzneimittel kostet enorme Summen, die von der Pharmaindustrie aufgebracht werden müssen. Eine aktuelle Studie aus den USA zeigt, dass jedes neue Medikament rund 1 Mrd. € kostet. Derzeit dauert es im Durchschnitt 10 - 15 Jahre, um ein neues Arzneimittel in den USA bis zur Marktreife zu bringen und die Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA zu erhalten. Von 5.000 getesteten Substanzen kommen nur 5 bis zum Stadium der klinischen Erprobung an Menschen, am Ende wird von diesen 5 Substanzen nur eine zugelassen.
Die pharmazeutische Industrie ist jener Industriezweig, der mit Abstand am meisten in Forschung und Entwicklung investiert. Die großen internationalen Arzneimittelfirmen wenden für Forschung und Entwicklung mehr als doppelt soviel wie Softwarefirmen und die 3-fache Summe der Telekommunikationsbranche auf.