Überblick über die FOPI-Position
1. Das FOPI begrüßt jede Maßnahme, die den PatientInnen einen leichteren Zugang zu neuen innovativen Medikamenten ermöglicht, also auch die Abschaffung der Chefarztpflicht, wenn nicht gleichzeitig andere, innovationsfeindliche Maßnahmen gesetzt werden.
2. EU-Durchschnittspreise für neue, innovative Arzneimittel
3. Völlige Liberalisierung des Generika-Marktes in Österreich
In Österreich wird seit einigen Wochen die Abschaffung der Chefarztpflicht diskutiert. Das Forum der Forschenden Pharmazeutischen Industrie begrüßt jede Maßnahme, die für PatientInnen einen leichteren Zugang zu neuen, innovativen Medikamenten ermöglicht, somit auch eine mögliche Abschaffung der Chefarztpflicht.
Trotzdem ist auch für das FOPI klar, dass hier die Kostensituation nicht aus den Augen verloren werden darf. Die pharmazeutische Industrie ist sicherlich bereit, mit dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger Verhandlungen zu diesem Thema zu führen. Wichtig erscheint uns allerdings, dass – sollte die Chefarztpflicht fallen – nicht andere innovationshemmende Maßnahmen gesetzt werden.
Für das Forum der Forschenden Pharmazeutischen Industrie ist klar, dass auch von der pharmazeutischen Industrie, wie von allen anderen Teilnehmern am Gesundheitssystem, ein Beitrag im Zusammenhang mit der Abschaffung der Chefarztpflicht verlangt werden wird. Die Unternehmen, die im FOPI vereinigt sind, sind auch dazu bereit, wenn die Verhandlungen transparent, offen und fair geführt werden.
Im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung sollte die Abschaffung der Chefarztpflicht nicht isoliert diskutiert werden, sondern immer in Verbindung unter anderem mit:
der Diskussion über eine völlige Liberalisierung des Generika-Marktes, die Einführung von EU-Durchschnittspreisen für innovative Medikamente, eine Lockerung der Rezeptpflicht (Anpassung an das europäische Niveau), die Diskussion, ob die derzeitige Spannenregelung für Apotheker und Großhandel noch zeitgemäß ist und eine Diskussion über das Bewusstsein bei den PatientInnen, dass Gesundheit auch etwas kostet.
Das FOPI ist die Interessensvertretung von forschungsorientierten pharmazeutischen Unternehmen, die in Österreich tätig sind.
Als aktiver Partner für alle Akteure im Gesundheitswesen setzt es sich besonders ein für
· Rahmenbedingungen, die allen Patienten den raschen Zugang zu therapeutischen Innovationen sichern
· Ein forschungsfreundliches Klima in Österreich