Brüssel, Jänner 2003 - Patienten in Europa haben nach den Ergebnissen einer aktuell veröffentlichten Studie bei einigen Krankheiten wie Asthma, Depressionen und Herz-Kreislaufstörungen kaum Zugang zu neueren Arzneimitteln.
Eine in Brüssel vorgestellte Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass trotz der Existenz und prinzipiellen Verfügbarkeit wirksamer Medikamente nicht jeder Patient angemessen behandelt wird. Grund seien insbesondere die Ausgabenbeschränkungen der staatlichen Gesundheitssysteme. In der von Prof. Oliver Schöffski von der Universität Erlangen-Nürnberg verfassten Studie wurde der Zugang zu innovativen Arzneimitteln bei 20 bekannten Krankheiten untersucht. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass es in Europa insgesamt einen Versorgungsmangel an neuen Arzneimitteln gibt. "Das ist kein Problem nur eines Landes oder bei einer Krankheit", sagt Schöffski. In Deutschland beispielsweise erhalten nach den Ergebnissen der Studie nur ein Drittel der rund vier Mio. an Asthma leidenden Menschen Arzneimittel. Ein noch geringerer Teil wird adäquat behandelt. Auch bei der Behandlung von Depressionen hinkt Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern wie Schweden, Spanien, Frankreich und Österreich hinterher. Ein weiteres Beispiel ist laut Studie in Europa der Zugang zu Statinen zur Behandlung hoher Cholesterinwerte. Hier erhalten in den Niederlanden 64 Prozent, in der Schweiz 71 Prozent, in Deutschland 74 Prozent, in Großbritannien 77 Prozent und in Italien sogar 83 Prozent aller geeigneten Patienten keine zeitgemäße Behandlung.
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