Wien, im April 2003 – Positiv zu einer Reihe von Reformvorhaben der Regierung äußerte sich jetzt das Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie (FOPI), der Dachverband innovativer Arzneimittel-Unternehmen in Österreich. Eine Reihe der gesundheitspolitischen Reformvorhaben sei vielversprechend und könne dazu beitragen, den Zugang aller österreichischen Patienten zu modernen Therapien sicherzustellen, sagte der Präsident des FOPI, Mag. Alexander Mayr.
„Diese Regierung ist mit einer Reihe wichtiger gesundheitspolitischer Reformvorhaben aufgetreten, die schon überfällig waren, um die Anforderungen an das Gesundheitssystem noch erfüllen zu können“, so Mayr. Wichtig sei es, diese Vorhaben jetzt auch zügig und konsequent umzusetzen.
Anpassung an europäische Standards
Auch die forschende Pharma-Industrie sei durchaus der Meinung, sagte Mayr, dass der verstärkte Einsatz von Generika, wie ihn das Regierungsprogramm vorsieht, sinnvoll sei. Denn dadurch würden Mittel frei, um rasch innovative Arzneimittel allen Patienten zugänglich zu machen, die diese benötigen. Mayr: „Damit Österreich hier das Niveau anderer europäischer Länder erreicht, ist es allerdings notwendig, dass der Generikamarkt vollständig liberalisiert wird, um echten Wettbewerb zu schaffen und die Preise generischer Produkte weiter zu senken.“
Nachholbedarf in Richtung europäischer Standards bestehe auch in anderen Bereichen. „Wir begrüßen das Regierungsvorhaben, dass mehr Arzneimittel als bisher als nicht rezeptpflichtig eingestuft werden sollen. Hier ist es dringend nötig, die österreichische Situation an EU-Niveau anzupassen. In anderen Ländern sind weit mehr Medikamente verschreibungsfrei als bei uns“, sagte Mayr. Eine solche Vorgangsweise würde nicht nur die Eigenverantwortung der Patienten stärken, sondern auch das Budget der Krankenkassen spürbar entlasten. Dies gelte auch für das Vorhaben der Regierung, die Distributionsspannen für Großhandel und Apotheke zu überprüfen.
Ganzheitliche Ansätze
Was die Finanzierungsflüsse im Gesundheitswesen angehe, so der FOPI-Präsident, so halte es die forschende Industrie für jede Reform für unumgänglich, eine ganzheitliche Sicht in Hinblick auf die im Gesundheitswesen eingesetzten Mittel zu erreichen. „Durch die derzeitige Verteilung der Verantwortung auf unterschiedliche Zahler im niedergelassenen Bereich und im Spitalssektor“, erläuterte Mayr, „besteht wenig Interesse an Maßnahmen im eigenen Bereich, die etwa zu Einsparungen im jeweils anderen Bereich führen.“
Trage etwa ein innovatives, aber auch kostspieliges Arzneimittel zu einer Verkürzung von Spitalsaufenthalten bei, so sei dies angesichts der derzeitigen Strukturen zwar volkswirtschaftlich sinnvoll, für den einzelnen Zahler aber nicht wirksam. Mayr: „Wenn durch die in der Regierungserklärung vorgesehene Bildung von Landesgesundheitsfonds, in denen alle Mittel zusammengefasst werden, zu einem solchen ganzheitlichen Ansatz beigetragen wird, sind sie durchaus zu begrüßen.“