Dr. Alexander Triebnigg – Geschäftsführer von Astellas Österreich

Über den Wert von Arzneimittel-Innovationen und den Umgang damit wird im Gesundheitssektor viel diskutiert. Welche Trends nehmen Sie in diesem Zusammenhang innerhalb des österreichischen Gesundheitssystems wahr? Was schätzen Sie am österreichischen System?
Vor 25 Jahren wurde ich von einem globalen Pharmaunternehmen eingeladen, im Ausland zu arbeiten. Ich habe in Folge Verantwortung für Organisationen in Belgien, Deutschland, Portugal und Brasilien gehabt, war für Marketing der Europa-Region verantwortlich und habe als CEO ein produzierendes Unternehmen im Nahen Osten geleitet, welches schwerpunktmäßig in Asien und Afrika tätig war. Aus diesem Grund habe ich viele verschiedene Gesundheitssysteme und die teilweise massiven Probleme dieser Systeme kennengelernt. In all diesen Ländern habe ich immer den Kontakt zu Ärzten, Patienten und politischen Entscheidungsträgern gesucht und von diesen viel über Vor- und Nachteile der Gesundheitssysteme gelernt. Ich glaube daher sagen zu können, dass in Österreich seit der Gründung der 2. Republik ein global bewundertes, gut funktionierendes Gesundheitssystem aufgebaut wurde.  

Können Sie über ein Beispiel aus Ihrem unmittelbaren Bereich berichten, das sinnbildlich für Ihre Einschätzung stehen kann?
Astellas hat das erste Mal in der Unternehmensgeschichte in den eigenen Forschungslaboratorien ein neues Medikament für eine sogenannte ‚orphan disease‘ entwickelt. EMA und EC haben es sehr schnell genehmigt. Wir sind sehr glücklich darüber, dass Astellas Österreich diese neue Therapie als erstes Land in Europa der Ärzteschaft zur Verfügung stellen konnte. Damit wurde auch sichergestellt, dass die Patienten in Österreich unverzüglich diese lebensverlängernde Therapie erhalten konnten.

Was müsste getan werden, damit die Versorgung heimischer PatientInnen mit innovativen Arzneimitteln für die Zukunft sichergestellt ist?
Ich bin überzeugt, dass wir in Österreich in der Lage sein werden, unser Gesundheitssystem weiter zu verbessern: (1) Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Dachverband und der Pharmaindustrie förmlich zu etablieren und zu leben (2) die Preispolitik auf evidenzbasierte, quantifizierbare und wissenschaftlich adäquate Kriterien zu stellen (3) im Interesse der Patienten sowohl die Fragen der intra- und extramuralen Finanzierung, als auch die eines über das gesamte Bundesgebiet vereinheitlichten Zugangs zu innovativen Therapien zu lösen.

In Österreich wächst die Wirtschaft, die Bevölkerung und damit das Steueraufkommen. Daher glaube ich abschließend sagen zu können, dass wir auch in der Zukunft die Mittel für ein so wichtiges Gut, wie es die Gesundheit ist, aufbringen und damit das Erfolgsmodell Österreich nachhaltig absichern können.


Über Astellas
Astellas ist ein global agierendes, forschendes pharmazeutisches Unternehmen mit Hauptsitz in Tokio, Japan, das sich der Verbesserung der menschlichen Gesundheit durch Bereitstellung innovativer Arzneimittel widmet. Das Unternehmen beschäftigt rund 16.500 Mitarbeiter weltweit. Die therapeutischen Bereiche umfassen schwerpunktmäßig Urologie, Onkologie und Hämatologie.

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